Facelift

Der Facelift besteht nicht mehr aus einem einzigen Verfahren, wie es in der Vergangenheit üblich war, sondern aus verschiedenen Operationen, die man so planen muss, dass sie den individuellen Bedürfnissen der PatientInnen entsprechen. Dabei muss man viele Faktoren berücksichtigen, die mit der Anatomie der PatientInnen verbunden sind.

Die verschiedenen Techniken unterscheiden sich hinsichtlich des Umfangs der Operation, der Tiefe der Schicht, wo die Operation durchgeführt wird, und der Gesichtszone, die umgeformt wird. Im allgemeinen gilt es, dass je umfangreicher und „tiefer“ der Eingriff ist, desto sichtbarer und dauerhafter das Resultat sein wird. Damit sind auch eine längere Genesungsdauer sowie Anschwellung und Bluterguss verbunden.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich die ästhetische Chirurgie erheblich entwickelt. Dazu haben in besonderem Maße die Kenntnisse über die Gesichtsanatomie und die Entwicklung der Techniken in der rekonstruktiven Chirurgie der angeborenen Gesichtsanomalien beigetragen.

Oberflächlicher Facelift

Der traditionelle Facelift, der schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt ist, ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Gesichtshaut von den tieferen Strukturen aufgehoben, umgeformt und in geeigneter Weise angespannt wird. Damit wird das Aussehen des Gesichts verbessert, die tieferen Strukturen des Gesichts jedoch, die ebenso altern, werden nicht behandelt. Diese Art von Facelift ist technisch gesehen die einfachste und die Genesungsdauer ist relativ kurz. Dieser Typ von Eingriff genügt für bestimmte PatientInnen, vor allem wenn das Problem in der Haut und nicht in tieferem Gewebe steht und eine kurze Genesungszeit vorgezogen wird.

Tiefer Facelift

1973 hat der schwedische plastische Chirurg Tord Koog festgestellt, dass man ein besseres Resultat erzielen kann, wenn man nicht nur die Haut, sondern auch die tieferen Gesichtsstrukturen operiert. Er hat die Gewebeschicht unter der Gesichtshaut SMAS genannt (subcutaneous musculo aponeurotic system). Indem man auf der SMAS operiert, ist es möglich, die tiefen weichen Gesichtsgewebe aufzuheben und sie dort zu setzen, wo sie vor dem Alterungsvorgang waren.

Bei einigen PatientInnen ist es möglich, den Facelift mit kürzeren Narben auszuführen. Dabei ist es nicht nötig, einen Schnitt hinter dem Ohr und im Haaransatz zu machen. Diese Operation ist geeignet, wenn der Hals keine größeren Alterungsanzeichen aufweist. Auch in diesem Fall wird die Stellung der Tiefgewebe verbessert. Im Ausland nennt man diese Operation MACS lift.

Volumetrischer Facelift

Beim volumetrischen Facelift wird besondere Aufmerksamkeit der Wangenzone gewidmet. Die Narben sind die gleichen wie bei anderen Facelift-Operationen, es gibt jedoch einen zusätzlichen Schnitt im Mund, um das weiche Wangengewebe zu erreichen und aufzuheben.

Aufheben des Halses und Platismoplastik

Beim tiefen Facelift wird der Halsmuskel (Platisma) gespannt und somit das Aussehen des unteren Teils des Gesichts verbessert, vor allem die Linie des Unterkiefers. Im Falle von sichtbaren Längsfalten auf dem Hals und Doppelkinn ist in Einzelfällen die Platismoplastik nötig, um eine schönere Ecke zwischen Kiefer und Hals zu formen. Bei diesem Eingriff wird ein zusätzlicher Schnitt unter dem Kinn gemacht.

Subperiostaler Facelift (MASK lift) und endoskopischer Facelift

Bei dieser Operation geht es um ein völlig anderes Verfahren für das Aufheben der Gesichtsstruktur, das jedoch nicht für alle geeignet ist. Diese Technik wurde vom französischen plastischen Chirurgen Paul Tessier entwickelt, der sie zusammen mit seinen Studenten Darina Krastinova und Daniel Marchac Anfang der Achtzigerjahre vorgestellte. Diese Operation ist für jüngere PatientInnen ohne größere Alterungsanzeichen auf dem Hals geeignet.

Alle weiche Gesichtsgewebe, samt Haut, Fett und Muskeln, werden von den Knochen losgelöst und an die Stelle gesetzt, wo sie waren, bevor sie wegen der Gravitation zu sinken begannen.

Der endoskopische Facelift ist ein ähnliches Verfahren, jedoch mit kürzeren Schnitten.

Narben

Bei allen Typen von Facelift sind die Narben in der Kopfhaut bzw. um den Ohren versteckt. Wenn die Narben reif sind, können die PatientInnen jede Art von Frisur tragen. Angesichts der Stellung dieser Narben ist es sehr wahrscheinlich, dass sie dünn und unsichtbar werden.

Zusätzliche Verfahren

Gleichzeitig mit dem Facelift ist es möglich auch andere Eingriffe durchzuführen, wie z. B. Blepharoplastik, Rhinoplastik, Hautglättung, Augenbrauenlift. Man kann auch die Wangen durch Implantate bzw. Einspritzen von Fett betonen.

Welcher Facelift ist der richtige für Sie?

Es gibt so viele Verfahren für die Gesichtsverjüngung, dass die Wahl der richtigen Operation sowohl für den Laien als auch für den unerfahrenen Chirurgen echt schwierig sein kann. Der Chirurg soll im Gespräch mit den PatientInnen alle Möglichkeiten erklären, um zusammen das geeignetste Verfahren zu wählen.

Wie lange hält der Facelift an?

Der Facelift stellt die Alterungsuhr um. Wie schnell der Alterungsvorgang weitergehen wird, hängt vom Einzelnen ab: von der Hautpflege, vom Rauchen, vom Sonnenbaden, vor allem aber von der genetischen Prädisposition.

Im allgemeinen gilt es:  Je tiefere Strukturen korrigiert werden, desto dauerhafter das Resultat. Ein umfangreicher Eingriff bringt allerdings auch eine längere Genesungszeit mit sich.

Wie lange dauert die Genesungszeit?

Nach einem einfachen oberflächlichen Facelift dauert die Genese zwei Wochen. Im Falle von einem umfangreicheren Facelift, auch in Kombination mit Blepharoplastik und/oder Platismoplastik, ist die Schwellung größer und sie wird normalerweise in ca. 2 Wochen abnehmen, es dauert aber viel länger, bis sie völlig verschwindet.

Am besten ist es, 2 oder 4 Wochen für die Genesung in Rechnung zu ziehen. Bei tiefem Facelift verbessert sich das Resultat nach mehreren Monaten, es dauert aber dann länger als bei einem einfachen Facelift.